Die ersten 14 Tage

Gleich nach der Geburt suchen die Kleinen die Zitzen und nehmen die Kolostralmilch zu sich - diese ist besonders proteinreich, enthält Vitamine und Antikörper. Diese Milch ist ganz besonders wichtig für die Kleinen: schon nach wenigen Tagen ist die sogenannte Darmschranke geschlossen und das Kolostrum wird nicht mehr aufgenommen.
Die kräftigsten Kinder beanspruchen die ergiebigsten Zitzen und haben so meist einen besseren Start ins Leben. Die Kleinen sind sofort auf "ihre" Zitze geprägt , erkennen diese am Geruch und akzeptieren keine andere, auch wenn die eigene Zitze nur wenig Milch liefert. Setzt man das Baby an eine andere Zitze, wird es sich meist wegdrehen.
In der ersten Lebenswoche nehmen die Babies täglich zu. Augen und Ohren sind fest geschlossen bis ungefähr zum 10. Tag.

Die kleinen Ragdolls kommen weiß zur Welt, bereits nach einigen Tagen färben sich bei den mitted und colourpoint Ragdolls die Nasen dunkel, bei den bicolours bleiben diese rosa. Anschließend färben sich bei colourpoints die Fußballen und nach ca. 10 Tagen auch die Ohren und Schwänzchen.
Die Geschlechter kann man gleich nach der Geburt bestimmen ... theoretisch. Praktisch jedoch bringt einen das eine oder andere Kätzchen durchaus zur Verzweiflung, weil es mal wie ein Mädchen, ein paar Tage später wie ein Katerchen aussieht. Selbst als erfahrener Züchter muß man sich da in Geduld üben - spätestens nach 4 Wochen ist man sicher!
Gerade bei erstgebärenden Kätzinnen kann es ein wenig dauern, bis die Milch richtig fließt. In diesem Fall muß man zufüttern (Ziegenmilch!), damit die Kleinen nicht an Gewicht verlieren. Darum ist tägliches wiegen so wichtig!

Die dritte und vierte Woche

Ab der dritten Lebenswoche können die kleinen Ragdolls Geräusche wahrnehmen - die Gehörgänge haben sich geöffnet. Spricht man mit ihnen, hören sie zu und sehen einen an.
Die Babies beginnen nun in der Wurfkiste hin- und her zu krabbeln, sie sind noch sehr unsicher und in Zeitlupe unterwegs.
Gegen Anfang der vierten Lebenswoche nehmen sie das erste Futter zu sich und benutzen (mit mehr oder weniger Trefferquote) ein flaches kleines Katzenklo. Nun brechen auch die ersten Milchzähne durch und es beginnt das unbeholfene Spiel miteinander.

Die vierte und fünfte Woche

Nun spielen sie schon sicherer, jagen sich und andere Monster ;-), lauern einander auf, und trauen sich, den Radius zur Mutter zu vergrössern. Die Wurfkiste ist schon lange zu klein, zunächst gibt es einen Hundekorb, dann trenne ich einen Bereichs des Zimmers ab, fange an Steckdosen und Kabel zu sichern. Die Katzenmama ist nun auch über manche Ruhepause froh und legt sich erhöht, wohin die Babies ihr (noch) nicht folgen können. Die Kleinen benötigen tägliche eine grössere Nahrungsmenge, sie putzen schon eine ordentliche Menge weg. Die Katzenmutter hat abgenommen und muß auch besonders gut bei Kräften gehalten werden. Mit der Umstellung von der Muttermilch auf das Fleischfutter geht nicht selten ein ernährungsbedingter Durchfall einher. Die Babies kleckern sich beim Essen von oben bis unten voll, können sich selbst aber noch nicht richtig putzen und Mama Katze kommt oft mit dem Putzen nicht nach. Insgesamt für Mutterkatze und Züchter eine recht arbeitsintensive Phase. Das Katzenklo wird schon regelmäßig benutzt.

Die siebte, achte und neunte Woche

Die Kleinen verlieren langsam ihre babyhaften Formen, das Gesicht wird länger und schmäler, die Ohren wollen gar nicht aufhören zu wachsen, die Beine, der Schwanz, der ganze Körper wird lang. Die Essensmanieren haben sich gebessert, die Babies schaffen es bereits, sich ordentlich zu säubern und sind nun wieder "vorzeigbar" - was sie vor ein oder zwei Wochen nur sehr eingeschränkt waren. Der Kratzbaum ist schon lange erobert, die Absperrung des Babyauslaufes bereits überwunden, das Haus erobert. Jeden Tag brechen sie den Geschwindigkeitsrekord vom Vortag.
Die Katzenmütter haben sich damit abgefunden, dass die Kleinen nun nicht mehr bei ihnen bleiben wollen. Sie sind immer noch aufmerksam, aber nicht mehr so übervorsorglich wie noch vor ein bis zwei Wochen. Haben zwei Kätzinnen gemeinsam Babies, dann teilen sie sich die Aufsichtspflichten. Eine beobachtet die Kleinen, während die andere in Ruhe ein Schönheitsschläfchen macht. In den ersten paar Wochen haben sie sich von ihren Babies noch alles gefallen lassen, nun werden sie aktiv erzogen. Die Mamas zeigen ihnen, was sie dürfen und was nicht.
Jetzt ist es wichtig, die Kitten mit allem zu konfrontieren, was in einem normalen Haushalt vorkommt.

Die zehnte bis dreizehnte Woche

Es ist die Zeit des aktiven Lernens, des Mutes und der Abenteuer, aber auch der Spiel-Kuschelstunden. Die Kleinen entdecken jeden Tag mehr vom Leben, dabei helfen die anderen Katzen im Haus, unser Hund und auch die Besuche, die ins Haus kommen.
Nun naht der Abschied - mit einem weinenden und einem lachenden Auge: die letzten 3 Monate waren sehr schön ... und sehr arbeitsintensiv. Katzenmütter und Züchter freuen sich auf ein ruhiges Jahr - und dann sehen wir weiter.

Die Entwicklungsphasen

zunächst spricht man von der neonatalen Phase (ab der Geburt bis zur 8. Lebenswoche), gleich nach der Geburt ist der Geschmacks- und Tastsinn entwickelt, ab dem 7. Tag entwickelt sich das Gehör und ab dem 14. Tag gehen die Augen auf.
Ab der 3. Woche können die Kleinen selbständig das Nest verlassen und Ausscheidungen kontrollieren, ab der 5. Wochen balancieren.

Nach der 7. Woche ist die Welpenprägung abgeschlossen, d.h. die Verantwortung für diese wichtige Phase liegt alleine beim Züchter! In dieser Zeit muß viel Zuwendung Beschäftigung (motorische Reize) stattfinden und die Konfrontation mit wechselnden Umgebungsreizen erfolgen, damit das Katzenkind zu einem vertrauensvollen und entspannten Tier heranwachsen kann.

In der juvenilen Phase (3.Lebensmonat bis zur Pubertät) werden Jagdtechniken über Spiel erlent und verfeinert - ACHTUNG juvenle Kätzchen sind nachtaktiv ... sehr zur Freude der neuen Besitzer, aber ruhig Blut, das ändert sich auch wieder.

In der Pubertät (ca. 7.-9. Lebensmonat) ändert sich oft das Verhalten noch einmal, man spricht von einer sensiblen Phase - auch kann in dieser Phase eine Katze noch einmal gut an ein neues zu Hause/ veränderte Lebensbedingungen gewöhnt werden.

Die soziale Reife erreicht die Katze ab Ende des 2.Lebensjahrs, Sozialspiel hört auf - viele Kinderfreundschaften auch.

Frühkastration

https://www.cat-care.de/fruehkastration.pdf?fref=gc&dti=827746184009801

Ein sehr guter Artikel zur frühen Kastration, dieses Thema wird unter Züchtern heiss diskutiert, selbstverständlich kann man Katzen und Kater vor erreichen der Geschlechtsreife kastrieren lassen - es wird einfach in Deutschland (noch) wenig praktiziert, hat jedoch nachweislich keinen Einfluss auf Wachstum und Entwicklung ... im Gegenteil, für junge Katzen ist dieser Eingriff viel weniger belastend.

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