HCM - hypertrophe Kardiomyopathie

Die HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) ist die bei Katzen am häufigsten auftretende Erkrankung. Unter den Rassekatzen sind bevorzugt die American Shorthair, Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Perser, Ragdoll, Norweger, Siam, Heilige Birma, Rexe und viele andere Rassen betroffen. Aber auch viele Hauskatzen erkranken an der HCM. Manche Linien häufiger, andere weniger häufig. Bei dieser Krankheit kommt es zu einer Verdickung des Herzmuskels und einer Vergrößerung der linken Herzkammer. Die Krankheit ist erblich und verläuft immer tödlich.
Man unterscheidet zwischen der primären und der hypertrophen Kardiomyopathie. Primär sagt aus, dass die Ursache der Erkrankung direkt im Herzmuskel liegt. Dies ist ein genetischer Defekt, der autosomal dominant vererbt wird. Hierunter versteht man einen Erbgang, bei dem das betroffene Gen auf einem Autosom (ein Chromosom, das kein Geschlechtschromosom ist) liegt.
Kater sind in der Regel früher und auch häufiger von HCM betroffen als Katzen. Die meisten Tiere erkranken im Alter von neun Monaten bis zu fünf Jahren.
Bei der sekundären HCM handelt es sich um eine Herzerkrankung, die aufgrund anderer Erkrankungen entwickelt wird. Es können u.a. erhöhter Blutdruck, Nierenerkrankungen oder aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sein, die in der Folge ursächlich für eine HCM werden.
Für den gewissenhaften Züchter bedeutet das, dass er nur mit HCM negativen Tieren züchtet. HCM kann mittels Gentest und Ultraschall (diesen aber nicht vor 10 Monaten) bestimmt werden.

PKD - Polyzystische Nierenerkrankung

ist als bedeutende vererbte Erkrankung bei Katzen angesehen. Sie führt neben der Bildung von Zysten in Leber und Bauchspeicheldrüse zur Bildung von flüssigkeitsgefüllten Zysten in der Niere, die letztendlich das Nierenversagen verursachen, das zum Tode einer betroffenen Katze führt.
Daher ist es von grosser Bedeutung zu wissen, ob die Zuchtkatzen, der Deckkater sowie die Nachkommen zystenfrei sind.
Das Tier wird mittels Ultraschall und Gentest untersucht.

Felines Leukose-Virus (FeLV)

befällt bevorzugt Blutzellen und Zellen des blutbildenden Systems. Durch eine Untersuchung des Serums im Labor (sog. Leukose-Test) kann der in die Blutbahn ausgeschwemmte Erreger nachgewiesen und die klinische Verdachtsdiagnose des Tierarztes bestätigt werden.
Die Ansteckung erfolgt über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren sowie Tröpfcheninfektion.
Die Infektion kann klinisch inapperent, d.h. für den Besitzer nicht sichtbar verlaufen.
Symptome sind z.B.: Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, Blutarmut, erhöhte Anfälligkeit für andere Krankheiten, Zahnfleischentzündungen, Blutungen in die vordere Augenkammer, Tumoren, Gelenkbeschwerden.
Es ist keine spezielle Therapie möglich.

FIV (Felines Immundefizienz-Virus)

ist dem menschlichen Aids-Virus sehr nahe verwandt und gehört zu den Retro-Viren. Katzen-Aids hat keine eindeutigen Symptome und ist ohne einen Bluttest weder auszuschließen noch zweifelsfrei zu diagnostizieren! Viele erkrankte Katzen leiden zunächst unter den Anzeichen des Katzenschnupfens, wie z.B. Nasenausfluss oder Bindehautentzündung.

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

ist eine durch das Coronavirus verursachte Virusinfektion.
Das feline Coronavirus kommt bei fast allen Katzen natürlicherweise im Darm vor und verursacht keine Erkrankung.
Durch eine Mutation kann das Virus allerdings bösartig werden und FIP verursachen.
Die Ansteckung erfolgt über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren sowie Tröpfcheninfektion.
Folgende Symptome können auftreten: Fieber, Inappetenz, Bauchhöhlenergüsse (dicker Bauch), Abmagerung, Blutarmut, Atmungsbeschwerden, neurologische Ausfälle, Ablagerungen in der vorderen Augenkammer. Dadurch, dass das Virus bei den meisten Katzen als gutartige Variante im Darm vorkommt, ist der Nachweis der Erkrankung sehr schwierig, denn bei all diesen Katzen werden Antikörper gegen Coronaviren im Blut nachgewiesen. Keine spezielle Therapie möglich, Krankheit verläuft tödlich.

Würmer - Toxacara cati

Spulwürmer gehören weltweit zu den häufigsten Würmern bei Katzen. Sie zählen zur Gruppe der Fadenwürmer und sind an ihrer dünnen Spaghetti Form erkennbar.

Die Eier von Spulwürmern werden über den Kot von infizierten Katzen ausgeschieden. Deshalb herrscht überall dort Ansteckungsgefahr, wo Katzen Kot hinterlassen. Zudem kann der Spulwurm toxacara cati über die Muttermilch übertragen werden. Die Eier sind zudem äußerst resistent und langlebig.

Symptome bei Spulwurmbefall

Wenn eine erwachsene Katze von nur wenigen Spulwürmern befallen ist, kann es sein, dass zunächst keine Symptome auftreten. Erst wenn die Würmer sich vermehren, treten erste Symptome wie Haarausfall, struppiges Fell, verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf.
Heftigere Symptome zeigen sich bei massivem Spulwurmbefall: Durchfall, Erbrechen, Blut im Kot oder Darmverstopfungen.

Folgeschäden

Das Alter der Katze spielt eine wichtige Rolle beim Wurmbefall. Während sich bei erwachsenen Katzen mit Spulwürmern oft wenige bis gar keine Symptome einstellen, sind junge Katzen stärker gefährdet. Auch Ort und Ausmaß des Wurmbefalls sind auschlaggebend für mögliche Schäden bei einer Katze.

Folgeschäden können zum einen durch eine dauerhafte Mangelversorgung mit Nährstoffen entstehen, wenn die der Befall mit Spulwürmern nicht behandelt wird. Ernsthafte Schäden drohen jedoch, wenn Spulwurmlarven den Darmbereich verlassen und Organe wie etwa Augen, Nieren, Leber oder Lunge besiedeln. Seh- und Wachstumsstörungen oder eine lebensgefährliche Lungenentzündung sind dann nicht unwahrscheinlich.

Ansteckungsgefahr für Menschen

Spulwürmer, z.B. der toxocara cati, sind grundsätzlich auf den Menschen übertragbar. Eine Infektion verläuft zunächst unauffällig bis die geschlüpften Larven vom Dünndarm der Betroffenen auswandern und innere Organe oder Muskeln besiedeln.

Eine solche Besiedelung kann die Augen, das Gehirn, die Leber oder die Atemwege betreffen. Bei Kindern können auch allergische Reaktionen eine Rolle spielen (Nesselsucht). Der regelmäßigen Behandlung von Katzenwürmern kommt nicht zuletzt deshalb eine besondere Bedeutung zu.

Katzen, die nie Freigang haben
Oft wähnen sich Tierhalter, deren Katzen die eigenen vier Wände nie verlassen, vor einer Infektion in Sicherheit. Diese Sicherheit ist allerdings trügerisch! Der Infektionsdruck in der häuslichen Umgebung ist groß und mit Wurmeiern kontaminierte Erde kann über die Schuhsohlen mit in die eigene Wohnung getragen werden. Beim Beschnuppern können sich daher sogar reine Wohnungskatzen zuhause infizieren. Wie ESCCAP, eine Arbeitsgruppe der Fachgruppe Parasitologie und parasitäre Krankheiten der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG), in einer Pressemeldung berichtete, zeigte eine Untersuchung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, dass 20% aller mit Spulwürmern infizierten Katzen nach Angaben ihrer Halter ausschließlich im Haus gehalten wurden.

Behandlung
Eine Behandlung mit dem passenden Präparat ist einfach und wirksam.
Zusammen mit Ihrem Tierarzt können Sie einer mitunter gefährlichen Infektion einfach vorbeugen und das Risiko einer Zoonose minimieren. Eine Behandlung muss immer mit dem Tierarzt abgestimmt werden. Er kann ihnen bei der Wahl geeigneter Produkte helfen und sie fachkundig beraten.

Entwurmung von Kitten
Jeder Katzenwelpe kann schon im Mutterleib über das Blut der Plazenta sowie ab seiner Geburt über die Muttermilch mit Spul- oder Hakenwürmern infiziert werden.
Darum werden unsere Kitten nach dem empfohlenen Entwurmungsschema in der 3., 5., 7. und 11. Lebenswoche entwurmt.

Blutgruppenunverträglichkeit

Warum es so wichtig ist, die Blutgruppe der Katze und des Katers zu kennen ... erfahren Sie unter diesem link https://www.yumpu.com/de/document/view/21284124/blutgruppen-bei-katzen-ii-laboklin#

ein offenes Wort zur (Früh-) Kastration

Katzen, die nicht als Zuchttier gehalten werden, sollen möglichst früh kastriert werden (sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Katzen spricht man von "Kastration": bei der Kastration werden beim männlichen Tier die Hoden, beim weiblichen Tier die Eierstöcke entfernt. Bei der Sterilisation werden lediglich die Samen- bzw. die Eileiter durchtrennt und ein etwa ein Zentimeter langes Stück entfernt, die Tiere würden sich zwar nicht mehr fortpflanzen können, aber das Sexualverhalten bliebe unverändert - (dauer-)rollige Katzen und unruhige schreiende Kater - genau das möchte man den Tieren ja nicht antun). Der ideale Zeitpunkt ist ab dem 3. bis zum 6.Monat. Nur wenige Tierärzte praktizieren diese frühe Kastration, weil es mehr Geschick an Feinarbeit erfordert - und häufig bedeutet "das macht man nicht so früh" schlicht "das kann ich nicht".
In diesem jungen Alter ist der Eingriff für die Kätzchen ganz schnell vergessen und vor allem mit sehr wenigen Komplikationen behaftet, da das Fettgewebe der Tiere noch nicht so ausgeprägt ist wie beim Erwachsenen.

Die Frühkastration wird unter Züchtern heiss diskutiert, selbstverständlich kann man Katzen und Kater vor erreichen der Geschlechtsreife kastrieren lassen - es wird einfach in Deutschland (noch) wenig praktiziert, hat jedoch nachweislich keinen Einfluss auf Wachstum und Entwicklung:

https://www.art-kleintierpraxis.de/service/kastration-sterilisation/die-wahl-des-gunstigsten-kastrationszeitpunktes/

https://www.tierhilfe-anubis.org/files//Downloads/rundumdiekatze/fruehkastration.pdf

Es kursieren viele Ammenmärchen zum Thema frühe Kastration "bekommen keinen Katerkopf", "werden fett", "Penis/ und oder Harnröhre entwickeln sich nicht korrekt", ... und vieles mehr - das ist alles Quatsch!

Frühkastrierte Tiere haben den Eingriff schon am übernächsten Tag vergessen ... ich habe nie eine Wundabdeckung in irgendeiner Form benötigt.

Bei erwachsenen Katzen ist das Bedürfnis, ab der OP Stelle zu lecken und evtl. an Fäden zu ziehen, deutlich ausgeprägter ... Das muß tunlichst vermieden werden. Mit dem bekannten "Halskragen" ist das jedoch eine Tortur für Katzen.
Ich habe beste Erfahrungen mit einem Katzenbody gemacht, passgenau gefertigt, z.B. von Heike Scheiter https://www.hundeundkatzenbody.de/

Bei einer "minimal invasiven" Kastration einer weiblichen Katze ist jedoch in der Regel sowas gar nicht nötig - der winzige Schnitt mit gerade mal 2 Fäden stört die Katze nicht. Siehe Bild: 2 Tage nach Kastration meiner erwachsenen Katze, die nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden sollte.

Narkoseunverträglichkeit bei Maskenkatzen


Es ist mir ein grosses Bedürfnis, einen ausführlichen Text zur angeblichen Narkoseunverträglichkeit bei Maskenkatzen zu schreiben. Seit vielen Jahren geistert dieser Mythos durchs Internet (bevorzugt in den entsprechenden Foren). Der Ursprung stammt von einem schlechten Text ohne Quellenangabe von einer Homepage eines Birmakatzen Züchters, wo von einer veränderten Blutzusammensetzung (es fehlt "ein Lipid") gesprochen wird, welches die Ursache sein soll. Dieser Text ist einfach schlecht, weder sachlich verfasst noch vernünftig recherchiert und wurde dennoch unreflektiert von anderen Züchtern auf die eigene Homepage kopiert.
Mit diesem Thema habe ich mich schon vor 10 Jahren beschäftigt, Internet- und Fachliteratur Recherche betrieben und bis heute keine Untersuchung, Statistik oder veterinärmedizinische Veröffentlichung dazu finden können. Andere Züchter machten sich sogar die Mühe, mit dieser Frage an die Tiermedizinische Universität München heranzutreten, auch von dieser Seite wurde die Aussage nicht bestätigt.

Eine andere Ragdollzüchterin fand eine interessante Erklärung zu diesem Mythos: möglicherweise handelt es sich bei dieser Aussage ein wenig um die Meyer-Overton-Hypothese, die aus der Humanmedizin kommt und im vorigen Jahrhundert aufgestellt wurde. Dabei wird die Korrelation der Wirkung von Anästetika mit ihrer Fettlöslichkeit bezeichnet. Diese Hypothese stammt aus Beobachtungen von Anästhetika an Kaulquappen und der Löslichkeit der Stoffe in Olivenöl. Durch diese Beobachtungen wurden damals verschiedene Lipid-Theorien der Narkose abgeleitet, die sich aber nicht aufrecht erhalten ließen und heute als veraltet gelten. Hier geht es aber um veralterte Hypothesen aus der Humanmedizin.

Grundsätzlich muss sich jeder Katzenbesitzer darüber im Klaren sein, dass eine Narkose immer ein Risiko birgt, dass Injektionsnarkosen schlechter vertragen werden als Inhalationsnarkosen, dass für eine kranke Katze jede Narkose ein Risiko ist... Selbst in der Humanmedizin gibt es Narkosezwischenfälle, Patienten überleben die Narkose nicht, weil sie an nicht erkannten Vorerkrankungen leiden. Bereits 2011 sind in Deutschland ca. 43.000 Menschen während einer Narkose verstorben (Quelle: https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article12345040/43-000-sterben-jaehrlich-unter-Narkose.html).

Auch beim Tierarzt ihres Vertrauens kann ein Tier während der OP sterben, weil Vorerkrankungen nicht bekannt waren/ erkannt werden.
Ragdolls haben eine sehr viel höhere Anlage als andere Katzen, an HCM zu erkranken - nicht jeder Ragdollbesitzer (-züchter) lässt seine Katzen auf diese Herzkrankheit untersuchen. Da man beim abhören des Herzens nicht unbedingt eine HCM diagnostizieren kann, ist dies sicher auch eine Ursache für Narkoseprobleme. Viele Tierkliniken und -ärzte führen eine alpha 2 Agonist und Ketamin basierte Anästhesie durch, diese Medikamente haben starke Herz-Kreislauf Nebenwirkungen und sollten bei Herzerkrankungen nicht eingesetzt werden, auch das könnte Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit sein.

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